Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen nach § 17 a AufenthG

Hörsaal Medizin Leipzig Bild vergrößern Hörsaal (© dpa/pa/ZB)

Seit 1. August 2015 kann zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikation (z. B. Kranken- bzw. Altenpflege oder Ärzte) ein Visum für die Durchführung einer Bildungsmaßnahme (z. B. Sprachkurs und Hospitation) beantragt werden.

Erste Informationen sollten von Freunden oder Verwandten in Deutschland bei Job-Centern, Arbeitsagenturen, Migrationsberatungsstellen etc. in Erfahrung gebracht werden.

 

Für die Beantragung in Deutschland sind folgende Unterlagen, die in beglaubigter Kopie und von beeidigten Übersetzern übersetzt vorzulegen:

  • Identitätsnachweis (Reisepass; ohne Übersetzung)
  • Nachweis des im Ausland erworbenen Ausbildungsabschlusses
  • tabellarische Übersicht über Ausbildungsgänge und evtl. bisherige Erwerbstätigkeiten (auf Deutsch)
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrung
  • sonstige Befähigungsnachweise (z.B. berufliche Weiterbildungen)
  • Erklärung, dass bisher kein Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung nach dem BQFG gestellt wurde

Anpassungsmaßnahmen oder weitere Qualifikationen können Sprachkurse, Hospitationen bzw. Praktika sein.

Diese müssen geeignet sein, die Anerkennung der Berufsqualifikation oder den Berufszugang zu ermöglichen.


Wird eine überwiegend in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis durchgeführte Tätigkeit ausgeübt, ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich,
es sei denn, die Beschäftigung übersteigt zehn Stunden je Woche nicht.

Die im Anerkennungsverfahren entstehenden Kosten, wie z. B. für Übersetzungen, Beglaubigungen oder erforderliche Anpassungsqualifizierungen, sind vom Antragsteller im Voraus in Deutschland zu bezahlen.

In Einzelfällen können diese von den Agenturen für Arbeit oder den Jobcentern übernommen werden.

Das Anerkennungsverfahren dauert nach vollständiger Vorlage der Dokumente und Zahlung der Gebühren ca. 3 Monate.

Merkblatt Berufsqualifikation [pdf, 275.42k] ist, dass in Deutschland bei der für die berufliche Anerkennung zuständigen Stelle (Handwerkskammer, Bezirksregierung, Landratsamt, Senatsverwaltung) bereits ein Antrag auf Approbation oder Gleichwertigkeit gestellt wurde und die Prüfung bzw. Bewertung ergab, dass es fehlende theoretische Kenntnisse, praktische Fertigkeiten, Erfahrungen oder sprachliche Defizite gibt.