Vorzugstermine für Familienangehörige von unbegleiteten minderjährigen Schutzberechtigten zwecks rechtzeitiger Antragstellung

Terminvergabe Bild vergrößern Calendar with painted red tag. Appointment for Taxation and Finance (© colourbox)

Der Anspruch auf Familiennachzug von sorgeberechtigten Elternteilen eines anerkannten minderjährigen Schutzberechtigten nach § 36 Absatz 1 Aufenthaltsgesetz gilt nur bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Ist bis zu diesem Datum keine Einreise der Eltern nach Deutschland erfolgt, erlischt deren Anspruch auf Nachzug automatisch. Dies gilt auch, wenn vor diesem Datum ein Visum beantragt wurde oder ein Termin für die Antragstellung gebucht wurde. Eine fristwahrende Antragstellung ist nicht möglich. 

Die Botschaft Beirut vergibt Vorzugstermine, wenn das Kind in Deutschland innerhalb der nächsten 12 Monate 18 Jahre alt wird, um eine Bearbeitung des Visaantrags noch bis zur Volljährigkeit zu ermöglichen.

Voraussetzung für den Erhalt eines Vorzugstermins ist eine gültige Terminbuchung über das Terminsystem der Botschaft für alle Personen, die den Familiennachzug beantragen wollen.    

Wenn Sie bis zu 12 Monate vor dem 18. Geburtstag des Kindes in Deutschland noch keine Mitteilung über einen Antragstermin erhalten haben, wenden Sie sich bitte schriftlich per E-Mail auf Deutsch oder Englisch wegen eines Sondertermins an folgende E-Mail-Adresse: 

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Dieser E-Mail müssen als Anlage folgende Unterlagen im pdf-Format beigefügt werden: 

  • die vollständigen Terminbuchungsbestätigungen mit Angabe der Referenznummer für alle Familienangehörigen, die Familiennachzug beantragen wollen
  • der vollständige Anerkennungsbescheid des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) des Kindes in Deutschland
  • die deutsche Übersetzung des Auszugs aus dem Familienregister als Nachweis des Verwandtschaftsverhältnisses (Achten Sie auf das Familienregister! Das Familienbuch ist nicht ausreichend, da es keine Personenstandsurkunde ist)

Nach Prüfung wird Ihnen per E-Mail ein Vorzugstermin bei der Botschaft Beirut mitgeteilt.

  • Ein Vorzugstermin wird nur vergeben, wenn das Kind in Deutschland das Asylverfahren bereits erfolgreich durchlaufen hat. Solange das Asylverfahren andauert, ist ein Familiennachzug gesetzlich ausgeschlossen.
  • Gleiches gilt, falls das Kind in Deutschland eine Anerkennung als subsidiär Schutzberechtigter erhalten hat.
  • Es können nur vollständige Anfragen bearbeitet werden.  
  • Es werden nur Anfragen in Deutsch oder Englisch bearbeitet. Anfragen in anderen Sprachen können nicht bearbeitet werden und werden unbeantwortet gelöscht.  
  • Der endgültige Termin wird zeitnah mitgeteilt. In der Zwischenzeit können keine Sachstandsanfragen beantwortet werden.

Das Visumverfahren kann aufgrund der erforderlichen Beteiligung anderer Behörden in Deutschland mehrere Wochen dauern. Ein gewährter Vorzugstermin entbindet nicht von der Verpflichtung, vollständige und korrekte Unterlagen und Nachweise im Visumverfahren vorzulegen. Die Verantwortung hierfür liegt beim Antragsteller. Das mögliche Erlöschen des Nachzugsanspruchs begründet keine bevorzugte Antragsbearbeitung oder den Verzicht auf erforderliche Nachweise.