Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit mit Libanon sollte wegen der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Libanons am Jahresende 2011 auslaufen. Zuvor hatte sich Deutschland vorrangig in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung engagiert.

Im Kontext der Syrienkrise hat die Bundesregierung die Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit Libanon beschlossen, um umfassend auf die Präsenz einer großen Flüchtlingsbevölkerung und der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Syrienkrise im Libanon reagieren zu können. Es ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, die gesellschaftliche, politische und konfessionelle Diversität Libanons zu erhalten und eine Destabilisierung des Landes zu verhindern.

Die Bundesregierung hat seit 2012 rund 740 Millionen Euro für Maßnahmen der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Kontext der Flüchtlingskrise im Libanon bereitgestellt. Im Jahr 2016 war die Bundesregierung mit Neuzusagen von 386 Millionen Euro der zweitgrößte Geber des Landes.  Der Schwerpunkt der deutschen Leistungen liegt dabei auf der Versorgung von Flüchtlingen mit Nahrungsmitteln, dem Zugang zu Bildung und Berufsbildung, Wasser sowie die Verwirklichung von Schutzrechten.

Zur Erlangung dieser Ziele arbeitet die Bundesregierung mit internationalen Organisationen wie dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem Welternährungsprogramm (WFP), den staatlichen deutschen Durchführungsorganisationen KfW und GIZ sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen.

Als einer der wenigen Geber unterstützt Deutschland neben seinem Engagement für libanesische Aufnahmegemeinden auch das nationale Armutsbekämpfungsprogramm Libanons. Dies ist notwendig, da auch ärmere libanesische Haushalte unter den Auswirkungen der Flüchtlingskrise leiden, z.B. durch eine stärkere Konkurrenz im Niedriglohnsektor.

Deutschland ist zudem traditionell ein starker Geber zur Unterstützung von Belangen palästinensischer Flüchtlinge. Hier arbeitet die Bundesregierung vornehmlich mit dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) zusammen. In diesem Rahmen hat die Bundesregierung im Jahr 2016 mit 15 Millionen Euro eine große Zusage zum Wiederaufbau des Flüchtlingslagers Nahr El Bared bei Tripoli getätigt.

Kleinstprojekte der Technischen Zusammenarbeit

Die Botschaft hat daneben ein Budget für Kleinstmaßnahmen in Libanon, welches sich auf ca. 40.000 Euro jährlich beläuft. Die Kleinstmaßnahmen stellen ein effektives Mittel der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit dar. Sie sollen dazu dienen, lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) Mittel zur Verfügung zu stellen, um ihr eigenes Potential zu aktivieren und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Botschaft legt besonderen Wert auf sozio-ökonomische Multiplikatoreffekte und die Entwicklung von eigenen Fähigkeiten. Soziale Institutionen, Behörden, Kirchen, Vereinigungen oder andere Nichtregierungsorganisationen können Gelder für ein spezielles Projekt erhalten.

Projektanträge können bei der Wirtschaftsabteilung der Botschaft eingereicht werden.