Deutschland unterstützt palästinensische Flüchtlinge im Libanon

Auch Flüchtlingskinder haben ein Recht auf Schule. Mit 1,45 Mio. Euro unterstützte daher das Auswärtige Amt den Aufbau von drei Schulen in Flüchtlingslagern im Norden des Libanons. Insgesamt profitieren 6.700 Schülerinnen und Schüler von der deutschen Hilfe. Nach wie vor leben viele palästinensische Flüchtlinge dort in sehr schwierigen Umständen.

Der deutsche Botschafter Hansjörg Haber bei der Übergabe der Schulen Bild vergrößern

Die Schulgebäude wurden Anfang März ihrer Bestimmung übergeben. Alle 3 Schulen werden in Containermodulbauweise errichtet. Zwei Gebäude stehen in Beddawi und bieten 5.000 Schülerinnen und Schülern einen Ort zum gemeinsamen Lernen. Das dritte Gebäude wurde in Nahr el Bared errichtet und nimmt im Zwei-Schicht-Betrieb an 7 Tagen pro Woche 1.700 Kinder auf.

Deutsche Hilfe für die Ärmsten

In Nahr el Bared und Beddawi leben zusammen mehr als 46.000 palästinensische Flüchtlinge. 2007 stellte das Auswärtige Amt insgesamt 684.000 Euro Soforthilfe für aus dem Lager Nahr el Bared geflohene Palästinenser zur Verfügung. 134.000 Euro wurden für Hygiene-Kits für Babies und Kleinkinder eingesetzt, UNRWA erhielt 500.000 Euro für medizinische Nothilfe, 50.000 Euro wurden im Rahmen eines Botschaftsprojekts für die Beschaffung von Hygieneartikeln zur Verfügung gestellt. Das BMZ leistete zudem 250.000 Euro Nahrungsmittelhilfe an UNRWA.

Flüchtlingsfrage - Teil des Nahost-Friedensprozesses

In den palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon leben derzeit etwa 408.000 Menschen - teilweise seit 50 Jahren. Ähnliche Lager gibt es in Gaza, der Westbank, Jordanien und Libanon. Eine der zentralen Fragen des Nahost-Friedensprozesses sind die Rechte und die Zukunft der Flüchtlinge. Die Regelung dieser Problematik ist auch Teil der Road-Map des Nahost-Quartetts.

Hintergründe

Aufgrund der Kämpfe um das Flüchtlingslager Nahr el Bared im Sommer 2007 floh ein Großteil der rund 31.000 Bewohner des Flüchtlingslagers. Die meisten fanden vorübergehend Unterkunft im benachbarten Flüchtlingslager Beddawi. Nach wie vor leben tausende Menschen in Behlefsunterkünften, also in Schulgebäuden, Garagen, bei Gastfamilien, in stark beschädigten Gebäuden sowie in UNRWA errichteten temporären Unterkünften.

UNRWA ist das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (englisch United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East). Es wurde 1949 als temporäres Hilfsprogramm der VN gegründet und hat seinen Sitz zur Zeit in Gaza und in Amman. Sein Mandat wurde regelmäßig verlängert, es läuft zur Zeit bis zum 30. Juni 2011. UNRWA stellt Hilfe für alle Grundbedürfnisse zur Verfügung - Erziehung, Gesundheit, Nahrung und soziale Dienste - für mehr als 4,4 Mio. palästinensische Flüchtlinge in der Region.