Digitale Registrierung von syrischen Kulturgütern

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Digitale Registrierung von syrischen Kulturgütern: Das Syrian Heritage Archive Project.

 

Syrien gehörte vor Beginn des Bürgerkriegs zu den herausragendsten Kulturlandschaften weltweit. Ein Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts in Kooperation mit dem Museum für islamische Kunst und dem Auswärtigen Amt will syrische Kulturgüter durch digitale Registrierung vor dem Vergessen bewahren.

 

Angesichts der dramatischen Nachrichten vom syrischen Bürgerkrieg wird oft vergessen, dass Syrien weltweit zu den bedeutendsten Kulturlandschaften gehört: Viele grundlegende Errungenschaften der Menschheit wie z. B. die Landwirtschaft oder die Urbanisierung wurden erstmals in dieser Region entwickelt, ganz zu schweigen von einer intensiven Besiedelung in der Antike. 

 

Durch den aktuellen Konflikt und die damit einhergehende Zerstörung und Plünderung ist die Existenz dieses einmaligen kulturellen Erbes massiv bedroht. Auch werden historische Objekte aus ungeschützten Museen oder offenen Denkmäler immer wieder illegal in andere Länder verkauft.

 

Um Denkmäler für die Zukunft zu erhalten, existieren in Deutschland z.B. Landesdenkmalregister. Ein solches Dokumentationssystem liegt im Fall von Syrien noch nicht vor. Eine systematische Archivierung und Katalogisierung von Informationen über syrische Denkmäler ist aber notwendig, um einerseits das Erbe erhalten und in der Zukunft möglicherweise rekonstruieren zu können, anderseits um dem illegalen Handel mit Kulturgütern entgegen zu wirken.

 

Kulturgüterschutz verstärken, Wiederherstellung ermöglichen

 

Daher haben das Deutsche Archäologische Institut und das Museum für Islamische Kunst Berlin im November 2013 damit begonnen, in einem gemeinsamen "Syrian Heritage Archive Project" die eigenen Archive digital zu erschließen. Finanziert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt. Beide Institutionen verfügen durch ihre langfristigen Arbeiten in Syrien über sehr umfangreiche Datensammlungen. Das Register soll dazu beitragen, den Kulturgüterschutz zu verstärken und spätere Wiederherstellungen zu ermöglichen. Zudem ist es mit einer offenen Datenplattform so konzipiert, das es eines Tages in die Hände der Syrer selbst übergehen kann.

 

Zwar kann dadurch nicht verhindert werden, dass wertvolle Kulturgüter dem Bürgerkrieg zum Opfer fallen – aber es wird versucht, den Kulturgüterschutz zu stärken und Grundlagen für eine Zeit nach dem Bürgerkrieg zu legen.

 

Quelle: Auswärtiges Amt