Amtsübergabe: Sigmar Gabriel ist neuer Außenminister

Am Freitag (27.01) hat der scheidende Außenminister Frank-Walter Steinmeier in feierlichem Rahmen sein Amt an seinen Nachfolger, Außenminister Sigmar Gabriel, übergeben. Nachdem sie zuvor von Bundespräsident Gauck in Schloss Bellevue ihre Ernennungs- und Entlassungsurkunden erhalten hatten, richteten sie sich im prall gefüllten Weltsaal des Auswärtigen Amts an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche geladene Gäste.

Das Auswärtige Amt heißt Außenminister Gabriel willkommen

Nach einer musikalischen Einführung ergriff zunächst Staatssekretär Ederer das Wort. Im Namen aller Kollegen und Kolleginnen des Auswärtigen Amts hieß er Außenminister Gabriel herzlich willkommen und versprach ihm die volle Unterstützung des Hauses für seine neue Aufgabe. Gabriel übernehme ein bestens bestelltes Haus, das ihm in jeder Hinsicht zur Seite stehe.

Dank an Steinmeier

Bei Frank-Walter Steinmeier bedankte sich Ederer sehr herzlich für die Zusammenarbeit: „Es war eine Freude, für Dich zu arbeiten“. Steinmeier habe Deutschland vor dem Hintergrund einer aus den Fugen geratenen Welt „ins Stammbuch geschrieben, dass wir uns früher, entscheidender und substanzieller engagieren müssen“. Ederer hob Steinmeiers „klare Analyse, unerschütterliche Ruhe und unermüdliches Engagement“ hervor, mit denen er sich für die Erreichung der Erfolge der deutschen Außenpolitik eingesetzt habe.

Persönliche Abschiedsrede von Steinmeier

Mit sehr persönlichen Worten richtete sich anschließend der scheidende Außenminister an die Kollegen und Kolleginnen des Auswärtigen Amtes, die im Verlauf der Zeit zu „Mitstreitern“ geworden seien. Er bedankte sich herzlich bei Ihnen und ihren Familien für ihr Engagement: „Ihr seid ein großartiger Laden, ich werde Euch vermissen!“ 

Steinmeier blickte auf intensive, von den zahlreichen Krisen in der Welt geprägte Jahre zurück. „Wir haben Dinge erreicht, auf die ich stolz bin, und ich hoffe, Sie auch“. Mit dem „Review-Prozess“ habe man zudem die umfassendste Inventur der deutschen Außenpolitik angestoßen.

Für den Fall, dass er im Februar zum Bundespräsidenten gewählt werde, freue sich Steinmeier auch „weiter eng mit dem Auswärtigen Amt verbunden“ zu bleiben. Er übergebe Außenminister Gabriel heute „einen stärkeren Auswärtigen Dienst, als er es je war.“

Außenminister Gabriel: Dank an seinen Vorgänger

Nach dem herzlichen Empfang im Weltsaal würdigte Außenminister Gabriel seinen Vorgänger als  „glänzenden Außenminister“. Er habe dem Auswärtigen Amt wieder die Stellung innerhalb der Bundesregierung gegeben“, die ihm zustehe, nicht nur in deutsche Öffentlichkeit, sondern auch international. Mit Blick auf mögliche zukünftige Aufgaben sei Steinmeier „der ideale Bundespräsident“, wofür er ihm Kraft und alles Gute wünsche.

An den Saal gewandt sagte Gabriel, er wolle an die Arbeit seines Amtsvorgängers anknüpfen. Direkt an die neuen Kollegen und Kolleginnen gerichtet, appellierte Gabriel: „Ich bitte sie herzlich mir ihre Fachlichkeit und ihr Engagement zur Verfügung zu stellen, um unser Land in sicher nicht einfachen Zeiten durch eine vermutlich unruhig bleibende See zu steuern“.

Grundpfeiler deutscher Außenpolitik

„Wir sind Zeitzeugen einer Neuvermessung der Welt“, so Gabriel. Und „Innen und Außen“ seien in der vernetzten Welt nicht mehr zu trennen. Diese vernetzte Welt stecke voller Chancen, aber auch voller Konflikte, Reibungen und Risiken. Die internationalen Herausforderungen nähmen zu.

Die Grundpfeiler deutscher Außenpolitik seien Europa, die transatlantischen Beziehungen und Multilateralismus, fuhr Gabriel fort. „Außenpolitik ist heute internationale Politik im Horizont einer Sehnsucht nach einer gerechteren und stabileren Globalisierung, die weniger Verlierer und mehr Gewinner braucht.“

Erste Reise nach Paris

Bereits am Samstag (28.01.) unternimmt Gabriel seine erste Reise als deutscher Außenminister: Es geht nach Paris. Dort wird er am Samstag seinem französischen Amtskollegen Jean Marc Ayrault treffen. Dabei soll es vor allem um die Krise der Europäischen Union, aber auch um Konfliktherde wie Syrien oder die Ostukraine gehen.

Amtsübergabe: Sigmar Gabriel ist neuer Außenminister

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